soeben beklagte Thomas Wohlfahrt (literaturwerkstatt) noch im roten Rathaus, bei der Vorstellung der Lyrikpreisträger des Jahres 2009, dass es ja nur 6 Preise für deutschsprachige Lyrik gäbe (ein aufschlussreicher Bericht hierzu findet man auf dem Blogg der Schriftstellerin Annina Schmid), da steht eben jenem Roten Rathaus Anfang Mai die Verleihung eines neuen, ziemlich saftig ausgestatteten Preises entgegen. Der leider vor nicht langer Zeit verstorbene Oskar Pastior hat tatsächlich eine Stiftung testamentarisch ins Leben gerufen, die nun den mit 40 000 Euro dotierten Oskar-Pastior-Preis vergibt, für alle Spielarten experimenteller Literatur, wie es heisst. Man wird davon ausgehen können, dass sich das auch und vor allem an Lyriker richtet. So wird als erster Oswald Egger ausgezeichnet werden, dessen Werk ja auf vielfältige Weise mit dem Werk Pastiors verbunden ist. Von ihm erscheint ebenso wie von Ann Cotten und Marion Poschmann schon bald ein neuer Band bei suhrkamp stop noch einmal ausdrücklich empfehlen möchte lyrikkritik die cd-Sammlung LYRIK-Stimmen. Ein Konvolut an Aufahmen, die auf jeden einen anderen Eindruck machen werden, aber immer auf die eine oder andere Weise aufschluss- oder lehrreich oder einfach inspirierend? stop ein weiteres, sehr zu empfehlendes Buch, auch wenn es auf den ersten Blick überhaupt nichts mit Lyrik zu tun hat, das aber eins dieser Bücher sein könnte, die Schreibenden Material liefern, ist das bei Wagenbach erschienene "Süden". Er erzählt, in einer nicht ganz akademischen (aber genauen) Sprache die "Geschichte einer Himmelsrichtung", wie der Süden zum Symbol für eine Sehnsucht wurde und welche "Moden" die Himmelrichtungen so durchlaufen haben. Es ist beeindruckend durchaus, was der Autor zusammenträgt an Wissen und es enthält manches poetische Detail. Nach so einem langen Winter im Norden tut dies Buch sehr gut. stop ein poetologisches statement von André Rudolph zu seinem Wunsch, Schmetterlinge lyrisch zu zersägen, findet man auf der Seite der SPRITZ (Sprache im technischen Zeitalter). Der Band wurde ja intern viel gelobt, aber leider nicht so breit rezensiert (sodass auch wir hier noch keine Kritik vorgestellt haben, soll aber folgen). Hier also der Autor selbst: Ein Brief