STOP - die auseinandersetzung um lyrik und lyrikkritik spitzt sich immer weiter zu. nachdem schon vor über einem jahr der kritiker sebastian kiefer den kritiker leopold federmair generalangriff wegen seiner öffentlich publizierten geringschätzung czernins, beeilte er sich, unbeeindrucckt von den recht klugen antworten federmairs, nun der neuen generation den marsch zu blasen: die anthologie lyrik von jetzt geriet in sein blickfeld und wurde nach allen regeln der kunst zerrissen. weil auch michael braun, wenngleich moderater, diese neue lyrik kritisierte, schoß anschließend gerhard falkner in der ndl auf diesen zurück, in der februarausgabe. auch auf dieser webseite finden sie artikel zum thema ("Tendenzen neuer deutschsprachiger Lyrik") STOP achim-brentano-preis der stadt heidelberg wurde dieses jahr abgesagt - kein geld - dafür ging der huchelpreis direkt in die offenen hände von hans thill. STOP - die berliner zeitschrift scheinschlag, die sich bisher lediglich alljährlich durch eine bissige kritik zu björn kuhligks krankenwagensounds hervorgehoben hat im bereich lyrik - widmet ein großinterview dem allseits bekannten und leider überall abgelehnten lyriker clemens schitko: was wir schon immer über den betrieb wissen wollten von jemandem, der ihm von außen zuwinkt. der scheinschlag findet das vermutlich subversiv - unter dem interview prangt dann noch folgende herrliche characterisierung: "clemens schitko lebt zurückgezogen in berlin-friedrichshain" ­ und wir alle hochfinanziert in berlin-mitte, umjumbelt von lyrikfans. na prost! - STOP - es gibt neues im internet zu lyrik, tatsächlich finanziert – und auf den weg gebracht von ulrike draesner und brigitte oleschinski. www.neuedichte.de heißt das und versammelt in einer einfachen und zugeleich sich verknüpfenden weise lyriktexte. diese sind allerdings so autark und monolithisch, daß man wochen braucht, um die verschwiemelten texte zu lesen. daß die gesalbten autoren sich nicht wirklich aufeinander beziehen werden - aus desinteresse einerseits an den anderen, angst jemanden irgendwie zu nahe zu treten andererseits - steht zu befürchten, das ganze also ein aufgeblasener hohlraum mit einsam dastehenden stelen wird - grabmonumente für lebende lyriker. schade eigentlich, aber warten wir noch ab - STOP - die neuen räume der literaturwerkstatt berlin sind eingeweiht. bravo, wir danken der schultheißbrauerei die uns die unmöglichkeit, die neuen räume zu sehen da alles vollgestopft mit neugierigen war - versüßt hat durch freibier. französischkenntnisse kamen da jäh ans licht. des ortes heimleiter wohlfahrt hielt eine eröffnungsrede, arm in arm mit flierl, und wir haben sie noch gut im gedächtnis: der erste teil bestand aus sponsornamen, der zweite aus ländern aller welt - eine herrliche aufzählung. aber demnächst geht es dort bestimmt auch um literatur, man hat großes im visier, herr großvisier. die schneidige frau lange wirds schon richten­ STOP ticker vom 16. märz 2004, -as-