Inzestbude

alles, was intern so abläuft: befreundete, verschwägerte und von uns geförderte Seiten, Debatten, das Beste aus den Feuilletons

Celan!

50. Todestag. Unter all den Artikeln wollen wir zunächst den Begründer der “Inzestbude”, Walter Fabian Schmid, anführen mit seinem soeben auf den signaturen erschienenen, ausladenden Essay über “Lied und Gesang bei Celan”, darin auch ausführlich Celans Reaktionen auf Kritiken und Zeitgenossen. Des weiteren Daniel Jurjews Interview in der Frankfurter Rundschau mit Klaus Reichert, der gerade Celans Briefe (hier auch noch mehr Neuerscheinungen) herausgegeben hat. Susanne Ayoub protokolliert im Standart einen Besuch bei Celans Weggefährten Klaus Demus, außerdem Akademie-Referentin Beate Tröger im Gespräch mit Dr. Seng und Dr. Böttiger (Deutschandfunk), letzterer hier nochmal im DLF. Zuletzt sei noch an die frei abrufbare Doku “Dichter ist, wer menschlich spricht” erinnert.

Tondokumente alter Lesungen

Es gibt wohl kaum eine faszinierendere Seite für diese Tage der Selbstisolation als dichterlesen.net mit ihren Wiederentdeckungen, die sie auf facebook präsentiert. Besonders schön, um nur einige Beispiele herauszunehmen, die Diskussion mit Wolfgang Hilbig und (späterem) Akademiereferent Peter Geist (und anderen damaligen Größen), die Lesung von Friederike Mayröcker oder Thomas Kling.

Deutsche Lyrik in Nischni Nowgorod

Eine Art kleine Akademie zur deutschsprachigen Lyrik nach dem zweiten Weltkrieg findet derzeit in Nischni Nowgorod statt. Auf der Seite des Veranstaltungsortes Arsenal findet man alle möglichen interessanten Vorträge, darunter eben auch die Lesegruppe der deutschen Lyrik, deren Diskussionen anspruchsvoll sind und einen interessanten Einblick in die russische Rezeption deutscher Gegenwartslyrik geben. Zuletzt ging es um Th. Kling und O. Egger, diesen Freitag wird es entsprechend den Umständen eine Onlinediskussion geben zu Marion Poschmann und Hendrik Jackson. (Beginn 18:00 Uhr)

Neue Kritiken aus dem Kreis der Lyrikkritikakademie

Nehmen wir den Rubriknamen hier ernst und verfolgen ein wenig, wie die TeilnehmerInnen und ReferentInnen der Akademie zur Lyrikkritik ihre kritische Arbeit fortführen. Da wäre zunächst der Referent Michael Braun, der in den signaturen die Arbeiten des Lyrikkritik-Redakteurs und Lyrikers Marcus Roloff bespricht: Marcus Roloffs poetische Strömungslehre. Teilnehmer Stefan Schmitzer bespricht zum einen Alexandru Buluczs Gedichtband was Petersilie über die Seele weiß, zum anderen Verena Stauffers großformatigen und weit ausgreifenden Lyrikband Ousia (beide fixpoetry). Referent und Signaturen-Herausgeber Kristian Kühn veröffentlichte schon vor ein paar Wochen einen bemerkenswerten Aufsatz zum Huchel-Preisträger Henning Ziebrietzki und Teilnehmer Timo Brandt eine kleine Rezension zu der Anthologie die hundert besten deutschen Gedichte des Jahrhunderts. Teilnehmer Marcus Neuert bespricht auf fixpoetry Kinga Toths Maislieder und Teilnehmer Jan Kuhlbrodt schließlich rezensiert Olga Sedakowas bei Hochroth erschienenen und von Akademiepräzedent Hendrik Jackson übertragenen Doppelband Chinesische Reise (Gedichte)/Drei Essays zur russischen Literatur. Außerdem gibt es im Freitag eine schöne Sammelrezension zum Anthropozänthema von Referentin Beate Tröger, darin werden besprochen: Daniel Falb, Maren Kames, Norbert Hummelt und Marion Poschmann.