Session XI – Vermittlung und Präzision

Der heutige Kritiker und die heutige Kritikerin sind nicht länger die kanonformende Autorität, die er oder sie in früheren Zeiten durchaus sein konnten. Die Feuilletons verlieren an Einfluss und Gewicht, Filterblasen schaffen sich ihre eigenen, fast undurchdringlichen Räume. Dort tummeln sich sowohl avancierte Kritiken wie wildes Amateurtum. Ein letztes Refugium der Kritik scheint der Rundfunk zu sein. Im zurückliegenden Workshop mit Daniela Strigl ging es zum einen um die Frage, für wen und wie Kritik noch Vermittlung betreibt in dieser neuen Gemengelage der Interessen, und zum anderen, welchen Anforderungen sich zum Beispiel ein Radiofeature unterziehen sollte. Gehorcht es nur noch dem eigenen Willen zur Präzision? Oder kommt es den imaginierten Bedürfnissen eines Quotenhörers entgegen? Diese Fragen wurden auch beispielhaft an Rezensionen der TeilnehmerInnen zu einem Gedichtband von Friederike Mayröcker (“Scardanelli”) und an den 13 Thesen zur Aufgabe des Kritikers von Walter Benjamin diskutiert (siehe auch Grund und Aussicht 3 und die Pecha Kuchas vom 13.12.)

Florian Neuner III

HÖD, HöfeO, höfl., Höfl., Höld., HOG, HOH, Hoh., hohtl.
Mit Zeichnungen von Jörg Gruneberg

Alexander Estis II

Lyrische Kritik der Lyrikkritik (mit Zeichnungen von Nikolai Estis)

Thomas Hashemi III

Das Gedicht sagt ja

Marcus Neuert III

Nelli Hölder lebt mit Scardalin

Irina Bondas III

geländer haben : für 1 lange letzte sekunde, in der wir uns zusehen können

Jan Kuhlbrodt II

Er kommt hüpfend über die Berge

Michael Wolf III

Liebe in Archiven

Eric Ehrhardt III

Der Spieler